BGH entscheidet wie ein Streit nach der WEG-Reform vor Gericht richtig geführt werden muss.

BGH-Urteil zur WEG-Reform V ZR 98/25 – Urteil vom 27.02.2026 – veröffentlicht am 25.03.2026 Worum geht es überhaupt? In einer Wohnungseigentümergemeinschaft gibt es oft Streit darüber, wie eine Regel in der Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung zu verstehen ist. Dort steht zum Beispiel, wer welche Kosten trägt, was ein Eigentümer mit seiner Wohnung tun darf oder welche […]

BGH: Faktischer Verwalter haftet wie ein bestellter Verwalter

Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass ein sogenannter faktischer Verwalter die gleichen Pflichten hat wie ein ordnungsgemäß bestellter Verwalter. Wer also nach Ablauf seiner Bestellung weiterhin die Verwaltung einer Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ausübt, muss die Vermögensinteressen der Gemeinschaft genauso sorgfältig wahren. Veranlasst er unberechtigte Zahlungen aus dem Gemeinschaftsvermögen, kann er zum Schadensersatz verpflichtet sein. Im entschiedenen […]

Verwalter musste Vermögensbericht nicht erstellen – Kalenderjahr zählt

Die Verwalterin einer Eigentümergemeinschaft vor Ablauf des Kalen­derjahres aus, so ist sie nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS nicht mehr zur Erstellung des Vermögensberichts verpflichtet. (Landgericht Frankfurt, Aktenzeichen 2-13 S 109/24) Der Fall: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft verlangte von ihrer ehemaligen Verwalterin, den Vermögensbericht für das abge­laufene Kalenderjahr zu erstellen. Die Betroffene weigerte sich mit […]

BGH: Wenn die Gemeinschaftsordnung keine ausdrückliche Einschränkung enthält, umfasst die Überwälzung der Instandsetzungslast auch die Beseitigung anfänglicher Baumängel.

Eine Regelung in der Teilungserklärung bzw. Gemeinschaftsordnung, nach der einzelne Wohnungseigentümer die Kosten der Instandhaltung und Instandsetzung bestimmter Gebäudeteile im Bereich ihres Sondereigentums tragen, bezieht sich grundsätzlich auch auf die Kosten für die Beseitigung bereits von Anfang an vorhandener Baumängel – sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart ist. BGH, Urteil vom 23.05.2025 – V ZR […]

Der Verwalter darf einen Rechtsanwalt oder Gutachter ohne vorherige Einholung von Vergleichsangeboten beauftragen

BGH, Urteil vom 18.07.2025 – V ZR 76/24 Die GdWE darf einen Rechtsanwalt oder Gutachter ohne vorherige Einholung von Vergleichsangeboten beauftragen – auch bei geplanter Honorarvereinbarung. Wohnungseigentümer können vom Verwalter ohne Beschluss veranlasste Maßnahmen nachträglich genehmigen, wenn diese selbst ordnungsmäßiger Verwaltung entsprechen. Angebotsvergleiche sind bei Anwälten/Gutachtern nicht erforderlich, da Kosten und Qualität nicht zuverlässig vorab […]

BGH: Persönlicher Winterdienst kann nicht per Mehrheitsentscheidung erzwungen werden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Wohnungseigentümer in einer WEG nicht durch einen Mehrheitsbeschluss verpflichtet werden dürfen, den Winterdienst selbst zu übernehmen. Eine solche Verpflichtung setzt eine ausdrückliche Vereinbarung aller Eigentümer voraus. Fehlt diese, ist ein entsprechender Beschluss nicht nur anfechtbar, sondern von Anfang an unwirksam. Dem Urteil lag ein Fall zugrunde, in dem der Winterdienst […]

Der Einbau digitaler Türspione in einer Wohnungseigentumsanlage ist unzulässig

Das Amtsgericht Hannover hat mit Urteil vom 17.12.2025 (Az. 480 C 6084/25) entschieden, dass der Einbau digitaler Türspione in einer Wohnungseigentumsanlage unzulässig ist und einen entsprechenden Beschluss der Eigentümerversammlung für ungültig erklärt. Hintergrund war ein Beschluss, mit dem die Wohnungseigentümergemeinschaft den Einbau digitaler Türspione an Wohnungstüren genehmigt hatte. Mehrere Wohnungseigentümer hatten dagegen geklagt, weil sie […]

Digitaler Türspion – Besser vorher Eigentümerbeschluss besorgen

04.08.2025 Ein sehbeeinträchtigter Wohnungseigentümer ließ an der Außenseite seiner Eingangstüre einen sogenannten „digitalen Türspion“ anbringen, um davorstehende Personen auf einem Bildschirm besser erkennen zu können. Das Gerät hatte keine dauerhafte Speicherfunktion. Die Gemeinschaft hatte den Einbau des Spions nicht genehmigt, Nachbarn zogen dagegen vor Gericht. Die Justiz sah nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern […]

Scheidet die Verwalterin einer Eigentümergemeinschaft vor Ablauf des Kalen­derjahres aus, so ist sie nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS nicht mehr zur Erstellung des Vermögensberichts verpflichtet.

(Landgericht Frankfurt, Aktenzeichen 2-13 S 109/24) Der Fall: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft verlangte von ihrer ehemaligen Verwalterin, den Vermögensbericht für das abge­laufene Kalenderjahr zu erstellen. Die Betroffene weigerte sich mit dem Hinweis darauf, dass ihr Amt bereits am 12. Dezember geendet sei. Damit entfalle auch die Verpflichtung, diese Dienstleistung zu erbringen. Nachdem sich beide Seiten nicht einigen konnten, […]

Obergrenze benennen – Kostenrahmen ist innerhalb WEG zwingend nötig

Wenn eine Wohnungseigentümergemeinschaft Erhaltungsmaßnahmen oder bauliche Veränderungen beschließt, dann müssen in dem Zusammenhang zwingend ein Kostenrahmen oder eine Obergrenze der Ausgaben benannt werden. Sonst kann der Beschluss nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS angefochten werden. (Amtsgericht München, Aktenzeichen 1294 C 22650/24) Der Fall: Die Eigentümer einer Wohnanlage hatten den Plan, den ge­meinsamen Hof […]

Endlich entschieden – BGH: Scheidet ein Verwalter am 31.12. aus muss der neue Verwalter die Abrechnung erstellen.

Bei einem Verwalterwechsel zum Jahresende stellt sich häufig die Frage, wer die Jahresabrechnung für das abgelaufene Jahr erstellen muss. Der Bundesgerichtshof hat dies mit Urteil vom 26.09.2025 (V ZR 206/24) klargestellt. Im entschiedenen Fall weigerte sich die zum 31.12.2022 ausgeschiedene Verwalterin, die Abrechnung für 2022 zu erstellen. Die Vorinstanzen wiesen die Klage der Gemeinschaft ab; […]

Einberufung der Eigentümerversammlung kann gemäß § 24 Abs. 4 Satz 1 WEG in Textform, also auch per E-Mail, erfolgen

Die Einberufung der Eigentümerversammlung kann gemäß § 24 Abs. 4 Satz 1 WEG in Textform, also auch per E-Mail, erfolgen, sofern der Eigentümer seine Adresse dafür bereitgestellt hat. In einem Fall in Berlin verwendete der Verwalter versehentlich die veraltete E-Mail-Adresse eines Eigentümers zur Einladung, obwohl ihm die neue bekannt war, was zu einer Beschlussklage führte. […]