Der Verwalter darf einen Rechtsanwalt oder Gutachter ohne vorherige Einholung von Vergleichsangeboten beauftragen

BGH, Urteil vom 18.07.2025 – V ZR 76/24 Die GdWE darf einen Rechtsanwalt oder Gutachter ohne vorherige Einholung von Vergleichsangeboten beauftragen – auch bei geplanter Honorarvereinbarung. Wohnungseigentümer können vom Verwalter ohne Beschluss veranlasste Maßnahmen nachträglich genehmigen, wenn diese selbst ordnungsmäßiger Verwaltung entsprechen. Angebotsvergleiche sind bei Anwälten/Gutachtern nicht erforderlich, da Kosten und Qualität nicht zuverlässig vorab […]

BGH: Persönlicher Winterdienst kann nicht per Mehrheitsentscheidung erzwungen werden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Wohnungseigentümer in einer WEG nicht durch einen Mehrheitsbeschluss verpflichtet werden dürfen, den Winterdienst selbst zu übernehmen. Eine solche Verpflichtung setzt eine ausdrückliche Vereinbarung aller Eigentümer voraus. Fehlt diese, ist ein entsprechender Beschluss nicht nur anfechtbar, sondern von Anfang an unwirksam. Dem Urteil lag ein Fall zugrunde, in dem der Winterdienst […]

Der Einbau digitaler Türspione in einer Wohnungseigentumsanlage ist unzulässig

Das Amtsgericht Hannover hat mit Urteil vom 17.12.2025 (Az. 480 C 6084/25) entschieden, dass der Einbau digitaler Türspione in einer Wohnungseigentumsanlage unzulässig ist und einen entsprechenden Beschluss der Eigentümerversammlung für ungültig erklärt. Hintergrund war ein Beschluss, mit dem die Wohnungseigentümergemeinschaft den Einbau digitaler Türspione an Wohnungstüren genehmigt hatte. Mehrere Wohnungseigentümer hatten dagegen geklagt, weil sie […]

Digitaler Türspion – Besser vorher Eigentümerbeschluss besorgen

04.08.2025 Ein sehbeeinträchtigter Wohnungseigentümer ließ an der Außenseite seiner Eingangstüre einen sogenannten „digitalen Türspion“ anbringen, um davorstehende Personen auf einem Bildschirm besser erkennen zu können. Das Gerät hatte keine dauerhafte Speicherfunktion. Die Gemeinschaft hatte den Einbau des Spions nicht genehmigt, Nachbarn zogen dagegen vor Gericht. Die Justiz sah nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern […]

Scheidet die Verwalterin einer Eigentümergemeinschaft vor Ablauf des Kalen­derjahres aus, so ist sie nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS nicht mehr zur Erstellung des Vermögensberichts verpflichtet.

(Landgericht Frankfurt, Aktenzeichen 2-13 S 109/24) Der Fall: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft verlangte von ihrer ehemaligen Verwalterin, den Vermögensbericht für das abge­laufene Kalenderjahr zu erstellen. Die Betroffene weigerte sich mit dem Hinweis darauf, dass ihr Amt bereits am 12. Dezember geendet sei. Damit entfalle auch die Verpflichtung, diese Dienstleistung zu erbringen. Nachdem sich beide Seiten nicht einigen konnten, […]

Obergrenze benennen – Kostenrahmen ist innerhalb WEG zwingend nötig

Wenn eine Wohnungseigentümergemeinschaft Erhaltungsmaßnahmen oder bauliche Veränderungen beschließt, dann müssen in dem Zusammenhang zwingend ein Kostenrahmen oder eine Obergrenze der Ausgaben benannt werden. Sonst kann der Beschluss nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS angefochten werden. (Amtsgericht München, Aktenzeichen 1294 C 22650/24) Der Fall: Die Eigentümer einer Wohnanlage hatten den Plan, den ge­meinsamen Hof […]

Endlich entschieden – BGH: Scheidet ein Verwalter am 31.12. aus muss der neue Verwalter die Abrechnung erstellen.

Bei einem Verwalterwechsel zum Jahresende stellt sich häufig die Frage, wer die Jahresabrechnung für das abgelaufene Jahr erstellen muss. Der Bundesgerichtshof hat dies mit Urteil vom 26.09.2025 (V ZR 206/24) klargestellt. Im entschiedenen Fall weigerte sich die zum 31.12.2022 ausgeschiedene Verwalterin, die Abrechnung für 2022 zu erstellen. Die Vorinstanzen wiesen die Klage der Gemeinschaft ab; […]

Einberufung der Eigentümerversammlung kann gemäß § 24 Abs. 4 Satz 1 WEG in Textform, also auch per E-Mail, erfolgen

Die Einberufung der Eigentümerversammlung kann gemäß § 24 Abs. 4 Satz 1 WEG in Textform, also auch per E-Mail, erfolgen, sofern der Eigentümer seine Adresse dafür bereitgestellt hat. In einem Fall in Berlin verwendete der Verwalter versehentlich die veraltete E-Mail-Adresse eines Eigentümers zur Einladung, obwohl ihm die neue bekannt war, was zu einer Beschlussklage führte. […]

BGH: Prozesskosten müssen einzelne Eigentümer auch dann tragen, wenn sie die zugrunde liegende Beschlussklage gewonnen haben.

Der Bundesgerichtshof hat am 19.07.2024 entschieden, dass Prozesskosten Verwaltungskosten im Sinne des § 16 Abs. 2 WEG sind und daher nach dem jeweils geltenden Kostenverteilungsschlüssel auf alle Eigentümer umzulegen sind – auch dann, wenn einzelne Eigentümer die zugrunde liegende Beschlussklage gewonnen haben. Im entschiedenen Fall sollte eine Sonderumlage die Prozesskosten eines früheren Anfechtungsverfahrens finanzieren, obwohl […]

Merkblatt: Jahresabrechnung nach Verwalterwechsel (WEG)

IMMOBILIEN DITTMANN KG informiert …   Kernaussage des BGH (Urteil v. 26.9.2025, V ZR 206/24) **Nach einem Verwalterwechsel ist grundsätzlich der amtierende Verwalter (das heißt, der neue Verwalter) für die Erstellung der Jahresabrechnung zuständig, auch wenn sie ein Vorjahr betrifft, in dem der Ex-Verwalter im Amt war.   Die Pflicht zur Abrechnung: Organpflicht vs. Vertragspflicht […]

BGH: Anfechtung eines Wirtschaftsplanes nur äußerst beschränkt möglich!

BGH, Urteil vom 26.09.2025 = V ZR 108/24  Mit seiner aktuellen Grundsatzentscheidung vom 26.09.2025 (V ZR 180/24) setzt sich der BGH seit langer Zeit wieder einmal mit der Frage auseinander, unter welchen Voraussetzungen ein Beschluss über die Vorschüsse (gem. Wirtschaftsplan) anfechtbar ist. Der Tenor der Entscheidung lautet: Bei der Beschlussfassung über die Vorschüsse zur Kostentragung […]

Bauliche Veränderungen – auch rein optische Veränderungen sind erfasst BGH, Urteil vom 18.07.2025 – V ZR 29/24

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 18.07.2025 (Az. V ZR 29/24) einen langjährigen Streit entschieden:Eine bauliche Veränderung setzt keinen Substanzeingriff in das gemeinschaftliche Eigentum voraus. Es reicht vielmehr aus, wenn das optische Erscheinungsbild der Wohnungseigentumsanlage wesentlich verändert wird. Der Fall:Gegenstand des Verfahrens war eine auf einer Balkonbrüstung installierte Solaranlage. Die Eigentümer hatten neun Solarmodule über […]